MASSA

Da das Wetter momentan alles andere als schön ist und dies uns, als wohl auch einigen von euch, ziemlich auf’s Gemüt schlägt, gibt’s hier den langersehnten Bericht zur MASSA, der gleichzeitig einen Licht- und Sonnenblick auf den Frühling darstellen soll.

Die Möglichkeit zu haben ein exotisches Radevent in die eigene Reiseplanung einbetten zu können, grenzt tendenziell an Luxus. Dieses Glück widerfuhr Martin Anfang September letzten Jahres. Die Internationale italienische MTB Singlespeed Meisterschaft in Massa sollte sein erstes Eingang-Event auf dem Geländerad werden. Alles was er über Massa bis dato wusste war, dass es am Meer und in der Nähe von Bergen liegt. Das sollte sich jedoch schnell ändern. Denn nach seinem Besuch in Italien hatte Martin einiges zu berichten:

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„Da ich gut mit den Veranstalter_innen befreundet bin und schon oft mit verrückten Italiener_innen Rad fahren war, wusste ich halbwegs was auf mich zukommen würde: Essen, Wein trinken, Radfahren, Essen, Wein trinken und das in der Gesellschaft der italienische Singlespeed Mafia. Eine tolle Kombi. Der italienische Obermafioso Stefano „Spiedo“ Spedini war so großzügig mir sein Zullo MTB für die Teilnahme an der Meisterschaft zu leihen: Ein starrer 29er – sehr selten noch dazu – mit Custom-Lackierung, edelsten Komponenten, Ti-Jones Bar. Gekettet auf 34×18 – eine Ansage von Übersetzung, wie sich später herausstellen sollte.

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Typisch italienisch begann alles mit einem traditionellen vor-abendlichen Get-together. Feinste lokale Küche, lustige Gespräche unter Gleichgesinnten und hausgemachte Pasta mit Gorgonzola-Sauce, der ich noch immer nachtrauere.

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Foto von e r t z u i

Der Renntag sollte eine weitere kleine Premiere beinhalten. Denn ich hatte mich, trotz der beißenden 27°C und entgegen meiner Loyalität zum Carlo Forte Team, dafür entschieden meinen neuen, von Calysto gestalteten, ERTZUI FILM Skinsuit auszuprobieren. Ich war der Einzige an dem Tag, der sich im Badeanzug die Ehre gab.

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Etwas chaotisch ging’s dann los. Keine_r wusste so richtig wann und wo der Start des Rennens sein sollte. Aber Gott sei Dank hilft es, wenn Mensch Ruhe bewahrt. Ganz nach dem Motto: ‚Piano – Wir sind in Italien. Das wird schon irgendwie‘. Und mit ca. 1 Stunde Verspätung fanden sich schließlich alle an einer Waldeinfahrt ein. Um mich auf das, was kommen sollte bestens vorzubereiten, versuchte ich durch hektisches Fragen möglichst viele Information über den Kurs herauszufinden. ‚You need a Freeridebike for this!‘ oder ‚Hahaha you will suffer!‘ oder ‚It’s uphill, very long. And then downhill, very technical!‘ – ‚Schluck!‘

Bevor es dann richtig los gehen sollte, wurden die Räder der Teilnehmer_innen noch schön übereinander gestapelt, in den Wald geworfen, in Bäume gehangen und auf den Kopf gestellt.

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War ja klar! Und dann ging alles ganz schnell. Der Startschuss fiel. Einige hatten Glück – ich nicht. Ich habe so ziemlich als letzter mein Rad gefunden und musste mich gefühlt an 30 Leute vorbei kämpfen. Anfangs ging es dann auch erst einmal berghoch. Ziemlich lang, mit einem Gang.

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Aber es lief gut, obwohl der Puls verständlicherweise recht schnell am Anschlag war. Gut 20 Minuten später – es ging immer noch bergauf – befand ich mich ungefähr auf Position 6. oder 7. Position. Endlich, endlich, endlich der lang ersehnten Downhill! Doch das Abfahrtsglück hielt nicht lange und es kam wie es kommen musste: Ein Platten. Nicht nur irgendein harmloser Platten – nein, ein Riss in der Karkasse und das bei Tubeless-Reifen. Sinnlos! Also musste ich mein Rad den ganzen, fast endlosen erscheinenden Downhill schieben, bis auch der_die Letzte mich eingeholt hatte. Ich nahm es mit Humor.

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Am obligatorischen Bierstop gab es für mich zwar kein Bier mehr, dafür aber einen Ersatzschlauch. Ich also flott geflickt, damit ich wenigstens noch das Rennen zu Ende fahren konnte. Immerhin kommt man ja nicht allzu oft in den Genuss, in den Toskanischen Bergen 1A Single-Trails genießen zu dürfen. Am Ende rollte ich gemeinsam mit Christoph Vetter ins Ziel und wagte mich sogar noch in einen Zielsprint um den wahrscheinlich drittletzten Platz. Die Massen tobten.

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Auch wenn die Veranstaltungen der Italiener_innen stets etwas Chaotisches an sich haben, sind doch alle immer sehr freundlich und mit ganzem Herzen bei der Sache. Das mit dem Platten – naja irgendwie schade, aber auch irgendwie nicht. Der Spaß stand im Vordergrund – das ist die Hauptsache. Als Belohnung gab es zum Abschluss hausgemachte Pizza, traumhafte Zwiebel-Foccacia und eine eiskalte Cola. Von den bevorstehenden 1150 Kilometern Heimweg mal ganz abgesehen.“

Weitere Fotos vom Event gibt’s hier, hier und hier.

Danke an alle Fotograf_innen, von denen wir uns Bilder für diesen Text leihen durften! Leider sind die Bilderquellen etwas unklar. Meldet euch doch bitte bei uns, falls ihr Fotos von euch wiedererkennt.

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2 Antworten zu MASSA

  1. kreuzbube schreibt:

    Ich frage mich inmitten des Grauschleiers gerade, ob ich Bilder aus Italien als Lichtblick oder als Tiefschlag empfinde…😉

    … und wusste gar nicht, dass Zullo noch Rahmen baut, 29er gar.

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