Bioracer Cross Challenge – Chemnitz – Finale

This is the end my friend!

Irgendwann hat die sonntägliche Routine auch einmal ein Ende. Oder zumindest eine Unterbrechung. Diese Unterbrechung heisst Jahr für Jahr Chemnitz und am ersten Sonntag im Dezember war es wieder soweit. Vorbei die Zeit des wöchentlichen Rennsporttaschepackens. Vorbei die Zeit des nach nur vier Stunden Schlaf Ausdembettquälens. Vorbei die Zeit des Durchdenschlammraddelns. Aber dazu später mehr…

Der 01.12.13 begann für das Team Carlo Forte also wieder einmal in den frühen Morgenstunden. Nachdem das Tobimobil beladen war und der obligatorische Bäckerstop absolvierte wurde, machten sich die Krokodile auf nach Chemnitz. Gemeinsam sitzen Tias, Tobi und Josch im Bus und witzeln darüber, welche Überraschungen die Chemnitz die letzten Jahre für sie bereit hielt. Chemnitz stellte stets eine Herausforderung dar, ob bedingt durch das Wetter oder einer anspruchsvollen Rennstrecke. Doch nachdem die Fahrer_innen in den letzten Jahren mit Schlamm und Schnee zu kämpfen hatten, freuten sich die Herren nun auf entspanntere Bedingungen. So gingen es die Krokodile nach ihrer Ankunft zunächst ruhig an und begutachteten die Strecke zu Fuß. Und siehe da – Überraschung: Chemnitz wartete in dieser Saison mit einer neue Streckenführung auf. Neben der steilsten Treppe der gesamten Bioracer Cross Challenge, die eher als Steig als als Treppe zu bezeichnen ist, wurde ein weiterer steiler Treppenanstieg integriert. Dazu kommt eine tiefe matschige Laufpassage und technisch sehr anspruchsvolle Wiesenhänge, die mal rauf und mal runter gefahren werden müssen. Ja, Chemnitz ist und bleibt Cyclocross. Matschig. Rutschig. Technisch. Cyclocross par exellence.

Hier nun das Rennen aus Josch´s Perspektive.

14:00 Uhr. Umgezogen. Lenker in den Händen. Ein Schuh im Pedal eingeklickt. Im Krokodiloutfit stehen wir zu Dritt im erfreulich grossen Starter_innenfeld. 3…2…1…GoGoGo!

Knapp 35 Fahrer_innen sprinten um die ersten zwei Kurven, bevor es in den Schlamm geht und die Strecke enger wird. Tobi fährt vor mir, Tias ein paar Platzierungen dahinter. Wir springen vom Rad und müssen gleich die erste Treppe meistern. Sofort danach erfolgt eine steile, schlammige Abfahrt. Mit geschultertem Rad geht’s anschließend für alle durch knöcheltiefen Schlamm. Rechtskurve. Jetzt kommt der „Klettersteig“. Aber huch. Was ist das? Direkt vor mir steckt eine Schuhsohle im tiefen Schlamm – Materialschlacht, denk ich mir. Nicht nur die Räder leiden. Nein. Auch die Kleidung. Egal. Ausblenden und den Steig hoch. Rauf auf’s Rad und rum um die Chemnitzer Radrennbahn. Mein Herz schlägt gegen meine Brust. Tobi ist zwei Plätze vor mir. Raus aus dem Sattel. Beschleunigen. Hinterrad. Dranbleiben.

Eine Runde später. Tobi kassiert zwei Fahrer vor ihm. Ich fahr hinterher. Kurz vor dem Wiesenabschnitt ziehe ich an Tobi vorbei. Naja. Ganze 5 Sekunden kann ich den Vorsprung halten. Vor der nächsten Wende holt er mich wieder eine. Und nur kurz danach liege ich am Boden und verpasse meinem grünen Trikot einen weiteren grasgrünen Anstrich. Aber kein Drama. Aufstehen. Rauf auf’s Rad. Weiter geht’s. Ich kann Tobi’s Hinterrad ein paar Meter vor mir sichten.

Noch eine Runde später. Gleiche Stelle. In meinem Kopf setzt sich die Gedanke fest, dass wenn ich es schaffe vor Tobi zu gelangen, kann er mich die nächste halbe Runde nicht überholen. Dass heisst: Jetzt oder nie! Ich setzt an. Und…liege ein zweites Mal im Dreck. Was mir mein Gehirn nun klar und deutlich zu verstehen gibt ist, dass ich niemals nie an einer Stelle, an der ich soeben im Schlamm gelegen habe, versuchen sollte noch schneller zu sein und jemanden zu überholen. Doch für eine Auswertung bleibt nach dem Rennen genügend Zeit. Jetzt muss es weiter gehen. Wieder rauf auf’s Rad. Der Vorsprung auf die Gruppe hinter uns, den wir uns in den ersten Runden erkämpft haben – hart erkämpft haben – ist weg. Zwei Kurven später, wir sind noch immer auf dem Wiesenstück, sehe ich Micha und Tilo aus Dresden am Streckenrand. Ich schau nach links, fahre nach rechts und WUTSCH. Ich lieg schon wieder. Zwei Fahrer düsen an mir vorbei. Erneut meldet sich mein Kopf…doch egal! Ich sag später einfach Micha und Tilo haben mich umgeschubst!

Eine halbe Runde noch. Ich fahre wieder an die zwei, die mich soeben überholt haben heran, doch mehr ist nicht drin. Kurz darauf rolle ich auf Platz 12 ins Ziel. Ich bin dreckig. Ich schwitze. Ich röchle statt zu atmen. Aber mein Gesicht zeigt ein breites Grinsen. Tobi, der sich den 9. Platz gesichert hat, wartet im Ziel. Auch er lächelt. Gemeinsam nehmen wir Tias in Empfang. Yeah! Chemnitz! Immer wieder eine Reise wehrt!

Nach ein paar Jahren Bioracer Cross Challenge kennen wir einige Gesichter gut, ob unter den Veranstalter_Innen, Helfer_Innen oder Fahrer_Innen. Mit einigen sitzen wir nach dem Rennen noch zusammen und lassen uns einen leckerer veganen Kuchen schmecken, den Tobi zum Abschluss einer tollen Saison für uns kredenzt hat. Ein perfekter Ausklang!

In diesem Sinne. Belgique Chic. Wir sehen uns im nächsten Jahr!

Fotos von Tias und Tobi

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Eine Antwort zu Bioracer Cross Challenge – Chemnitz – Finale

  1. kreuzbube schreibt:

    Na, das nenne ich mal einen Anstieg!

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