Pagus Neletizi* – Die Hölle des Ostens

Punkt 7:29 Uhr ertönte die Fanfare aus dem Führungsfahrzeug, ein scharfes „Bitte sammeln!“ und keine 45 Sekunden später verließen 53 Frühaufgestandene den Sammelpunkt am historischen Waldkrater in Halle an der Saale. Voller Ehrfurcht vor dem Bevorstehenden folgten sie dem Veranstalter Maurizio Paul ins „Rote Mansfeld“, berüchtigt für seine zahlreichen Kopfsteinpflasterstraßen.

Die Hölle des Ostens fand nun schon zum 4. Mal statt und für die beiden Krokodile Nikita und Martin sollte es ein besonderer Tag auf dem Rad werden, so kamen beide aus einer familienbedingten Radauszeit und freuten sich auf viele Stunden im Sattel.

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Für Nikita war es die erste Teilnahme, für Martin die bereits zweite, nachdem er sich im letzten Jahr zusammen mit Tias bei grenzwertigen 2°C und Schnee den Pavés erfolgreich gestellt hatte.

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Nikita wählte das Crossrad mit 28iger Vittoria Randonneur’s und Martin seinen Titanrenner mit den Kopfsteinpflastererprobten Specialized Armadillos ebenfalls in 28iger Breite. Die Wahl der Bereifung wurde am Ende des Tages mit Pannenfreiheit belohnt. Überhaupt gab es so einige harte Hunde die sich nicht beirren ließen und mit 23iger Clinchern über die Pflaster polterten. Respekt!

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Ein entscheidender Grund der uns trotz fehlender Frühjahrskilometer zur Teilnahme bewog, war die ausgesprochen handverlesene Strecke des ortskundigen Veranstalters Maurizio. Abwechslungsreich, liebevoll organisiert, landschaftlich traumhaft und mit 179km und 34 Pavés unterschiedlichster Längen und Schwierigkeitsgrade auch anspruchsvoll für die Handgelenke und das Material.

Die Idee zwei Kradfahrer als Streckenabsicherung zu haben erwies sich als durchaus sinnvolle und fahrflusserhaltende Maßnahme, besonders bei größeren Straßenüberquerungen. Jedoch machen zwei ständig um das Fahrerfeld schwirrende Motocrossmaschinen mächtig Lärm und stinken ordentlich nach Abgas, was nicht immer angenehm und der ruhigen Landschaft nicht immer dienlich war. Das sollte aber der einzige kleine Kritikpunkt an einem perfekten Radsporttag bleiben.

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Es stellte sich auch dieses Jahr eine herrliche Atmosphäre unter den Teilnehmer_innen ein, so wurde wieder zügig gefahren, aber stets fair. Es wurde viel gequatscht, alte Bekanntschaften aufgefrischt, neue Bekanntschaften geschlossen und man merkte jedem_r die Freude am guten Wetter an.

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Wie auch im letzten Jahr entwickelten sich die letzten 35 Kilometer zu einem kleinen Spaßrennen, wobei dieses Jahr Nikita erheblichen Anteil daran hatte. Gleich nach der Kaffee- und Kuchenpause setzte er sich an die Spitze der Führungsgruppe und zog zur Freude vieler gehörig das Tempo an. Den meisten wurde schnell klar, dass es jetzt heißt: Mitziehen oder raushalten! Teamkollege Martin hing noch so lang es ging in der Führungsgruppe um Nikita, Maurzio, den Chemnitzer RSV’lern (allesamt regelmäßige Teilnehmer der Bioracer Cross Challenge) sowie Ex-Profi und Leipziger Radsportgröße Martin Götze. Jedoch kam was kommen musste: Am legendären 5 Sterne Pavé hinter Kütten (Länge 3500m), ca. 15km vor dem Ziel fehlte jeglicher Druck und Martin blieb förmlich auf der Stelle stehen und musste die Gruppe ziehen lassen. Tatsächlich war hinter ihm eine riesen Loch gerissen und weit und breit niemand zu sehen. Deshalb noch schnell ein Vergleichsfoto gemacht (links 2013) und locker ins Ziel gerollt. Dort empfangen ihn Nikita, Hans vom Radhaus Leipzig und Arne, welcher (wie immer) schon etwas länger wartete. Am Ende standen über 6 Stunden Fahrzeit, 179 Kilometer und 34 Pavé auf der Uhr.

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Alle Fotos von Martin ertzui

Wiedererwartend funktionierten die Beine und so fuhren Nikita und Martin mit einem breiten Grinsen nach Hause und haben bereits ihre Teilnahme für 2015 angekündigt. Hoffentlich in Begleitung der anderen Krokodile!

Einen ausführlichen Bericht von Maurizio und weitere Infos zur Veranstaltung gibt es hier: http://hoelle-des-ostens.de

*Pagus Neletizi et Nudzici = ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des Saalkreises

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