5. Lauf Bioracer Cup – Dornburg

Welcome to the world of mud!

Kaum hatten Josch, Philip und Tobi den Carlo Forte Team Bus mit ihren Rädern beladen und sich in Richtung Dornburg aufgemacht, fing es an wie aus Eimern zu regnen. Dies drückte die Stimmung im Bus endgültig gen Nullpunkt. Dazu bei trug der Fakt, dass die Krokodile in Dornburg leider die unattraktivste Stecke in der gesamten Bioracer Challenge zu erwarten hatten. So fragte sich Josch ob er nicht hätte im Bett bleiben sollen. Dazu kamen die Erinnerungen aus dem letzten Jahr:

Tobi muss anhand seiner – nun nicht mehr so sauberen – nagelneuen Schuhe feststellen, dass der Regen den Boden ordentlich aufgewühlt hat. Was Josch veranlasst seine Meinung von “langweiligste Strecke des Jahres” zu “langweiligste Strecke mit eklig, tiefen, matschig-rutschigen Schikanen” zu ändern. Das kann ja was werden. Die Vorstellung sich durch den Matsch zu robben, lässt bei Tobi und Josch nichtsdestotrotz doch noch die Lust aufkommen sich auf die Crossräder zu schwingen.

But it’s race day! And you never know what’s gonna happen…
Die Jungs parkten den Bus und schauten sich zunächst die Strecke an. Und siehe da: Der Acker, der in den vergangenen Jahren stets lieblos umrundet werden musste und dafür tatsächlich den Namen „Rennstrecke“ bekommen hatte, ist leer. Niemand fährt über den Acker. Kann das sein? Sollte es wirklich eine neue Strecke in Dornburg geben? Und so kehrte ein Lächeln in die Gesichter der Krokodile zurück. Yeah! Die Strecke ist kurz. Yeah! Die Strecke ist knackig. Yeah! Und die Strecke ist matschig. Das Aufstehen hat sich nun doch gelohnt. It’s race day!

Josch steht mit seinen Team Kollegen und vielen anderen bekannten Gesichter an der Startlinie und kann sich ganz genau voraussehen, wie sich die kommenden Minuten gestalten werden. Nur 50 Meter vor ihnen befinden sich große, breite, tiefe Pfützen. Je mehr Räder vor einem auf die Strecke gehen, um so mehr Matsch fliegt einem ins Gesicht. Und schon kommt das Signal. 3-2-1-LOS! It’s mud day!

Es wird geballert. Leicht bergauf. Rein in die Pfützen. Egal. Rennmodus und so. Da ist alles egal. Die Stecke führt nach einer kleinen Schikane und einer 180 Grad Kurve eine schnelle, matschige Abfahrt hinunter. Zwei Spuren in Autoreifenabstand. Bremsen werden nicht bedient. Einem Fahrer rutscht das Vorderrad weg. Bremsen quitschen. Manchmal braucht es ein Bauernopfer, um den Rest zurück in die Realität zu holen. Der Verstand setzt ein. Es ist ein Hobbyrennen. Hier wird niemand Berühmt, also Vorsicht. Nun geht es keuchend den Betonanstieg hoch. Doch stellt sich heraus, dass der Betonanstieg kein Betonanstieg ist, sondern ein steiler, rutschiger, Singlespeed-Killer Wiesenanstieg. Für Josch heißt es also Contenance bewahren. Gewicht nach hinten und in die Pedalen getreten. Die Kunst des Singlespeeden: Zuviel Power und das Hinterrad dreht durch. Zuwenig Power und Mensch verreckt am Berg. Josch kann den Anstieg schließlich bezwingen, verliere aber vier Plätze, da er ungewollt ausklicken muss. Michael, Philipp und Jan ziehen an ihm vorbei. Der zweite Teil der Strecke besteht aus einer Ebene. Eine kurvige Rasenrutschpartie. Zwei Barrieren. Zwei Bäume. Zwei Kurven. Dazu ein Untergrund der ein slippery when wet Achtungsschild verdient hätte. Nach zwei Runden hat sich Josch wieder an Michael, Philip und Jan rangekämpft. So langsam hat er sich an die rutschigen Bedingungen gewöhnt und kommt von Runde zu Runde besser zurecht. In Runde Nummer 4 geht er dann zum Angriff über. Kurz vor den Barierren fährt er an Michael vorbei. In der anschließenden Baumgruppe muss Philip kurz ausklicken und Josch hat ihn somit ebenfalls im Sack. Zwei Kurven später bremst er außerdem Jan, der losgeballert ist als gäbe es kein Morgen, in einem Formel 1 reifen Stunt aus und zieht an ihm vorbei. Josch gibt in dieser Runde alles und schafft ein paar Meter Abstand rauszufahren. Im Start/Ziel Bereich dreht er sich um, kann niemanden mehr hinter sich entdecken. Aber kein Grund zum Ausruhen – noch 5 Runden. Am Ende sollen es 10 gewesen sein. Josch’s Oberschenkel fangen langsam an zu schmerzen. Er nimmt erstmal ein wenig Tempo raus. Und das funktioniert auch sehr gut. Der Untergrund lässt sowieso kein Fahren am Limit zu.  Also konzentriert er sich auf saubere Linien und kommt so Runde für Runde ein wenig näher an die Fahrer vor ihm heran. In der vorletzten Runde überholt er Paul und fährt nun wieder am Limit. Er sprintet aus jeder Kurve raus und fährt an Hans, der auf Platz 5 liegt ran. Vor der Abfahrt schiebt er sich an ihm vorbei und mach ein paar Meter. Am Berg ist  Hans jedoch wieder an Josch dran. Der Typ hat Oberschenkel!
Letzte Runde. Josch setzt sich wieder vor Hans, aber auf der Leicht ansteigenden Passage vor der Abfahrt knallt er erneut an ihm vorbei. Diese Oberschenkel… Josch klebt an seinem Hinterrad. Sie schießen die Abfahrt runter. Josch muss bremsen. Er rutscht quer in eine Rinne aber bleibt dran. Er ist direkt hinter ihm, als sie in den letzten Anstieg gehen. Auf halber Strecke überholen sie einen Überrundeten. Josch ist noch immer an Hans Hinterrad. Der Untergrund wechselt von Wiese zu Betonplatten, der Anstieg macht eine 90 Grad Kehre. Hans ballert. Er und seine Powerhouse-Oberschenkel sind zu stark für Josch. Er rollt vor ihm über die Ziellinie. Yeah. That was great!

Fazit: Erstes Matschrennen der Session. Knackiger neuer Kurs in Dornburg. Es wurde geballert ohne Ende. Tobi sichert sich Platz 3, Josch Platz 6 und Philip Platz 7. Das Aufstehen hat sich wirklich gelohnt!

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